Arthrose des Daumensattelgelenkes-Rhizarthrose

Unter einer Arthrose wird ganz allgemein die fortschreitende Zerstörung des Gelenkknorpels verstanden. Im Bereich des Daumensattelgelenkes ist dies der erste Mittelhandstrahl und das große Vielecksbein aus dem Handgelenk.


Im Frühstadium der Erkrankung wird die Kraft im Daumen immer geringer. Betroffene können z.B. keine Flasche mehr öffnen.
Später kommt es zu Schmerzen am und um das Sattelgelenk. Diese Schmerzen halten in schweren Fällen sogar noch lange nach der Belastung an.
Allerdings gibt es auch Menschen, die trotz schwerer Arthrose im Röntgenbild überhaupt keine Schmerzen haben!
Meist ist die Region des Sattelgelenkes angeschwollen und auf Druck schmerzhaft.
Die wichtigste Untersuchungsmethode ist jedoch das Röntgenbild:
Bei entsprechendem Verdacht kann eine Laboruntersuchung zur Abgrenzung zur chronischen Polyarthritis notwendig werden.
Wenn Betroffene über häufige nächtliche Taubheitsgefühle berichten, so sollte zusätzlich eine nervenärztliche Untersuchung veranlasst werden; denn die Daumensattelgelenksarthrose kann gemeinsam mit einem Karpaltunnelsyndrom vorkommen!
 
 Die Operation ist nur dann erforderlich, wenn Schmerzen mit Behinderungen der Daumenfunktion über einen längeren Zeitraum bestehen und diese nicht auf konservative Therapien ansprechen.
In einfachen Fällen genügt eine Schonung eventuell mit kurzer Ruhigstellung des Daumens.
Örtliche Salbenanwendungen eventuell ergänzt durch kurzfristige Einnahme von sog. Rheumamitteln wie, Voltaren, Ibuprofen überwinden oft die akuten Schmerzen.
Insbesondere bei belastungsabhängigen Beschwerden ist eine Orthese für den 1. Strahl überlegenswert. Diese Schiene sollte dann jedoch auch nur unter Belastung und nicht ständig getragen werden!
 
Wenn der Gelenkspalt am Daumensattelgelenk noch nicht allzu stark verringert ist, kann eine Injektion von Cortison längere Beschwerdelinderung bringen.

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Die Implantation einer Prothese in das Daumensattelgelenk ist sicherlich nicht schwieriger als der von den meisten Handchirurgen vorgenommene Standardeingriff.
Viele Handchirurgen lehnen diese Operationsmethode ab, da zwar oft in den ersten Jahren ein gutes Ergebnis erzielt wird dieses Ergebnis aber nicht selten bereits nach einigen Jahren durch Probleme mit der Prothese wieder hinfällig wird.
Die implantierten Kunstgelenke können sich lockern, manche künstlichen Gelenke brechen; andere werden unter der starken Belastung am Daumensattelgelenk aus ihrer korrekten Position heraus gedrückt (sie luxieren).
Alle diese Probleme machen eine erneute Operation erforderlich.
Die meisten Handchirurgen bevorzugen eine Operation, die aus zwei Abschnitten besteht:
Im ersten Teil der Operation wird das große Vielecksbein entfernt. Das große Vielecksbein (Trapezium) ist derjenige Knochen, auf dem der 1. Strahl im Handgelenksbereich aufsitzt. Es ist auch derjenige Knochen, um den sich die Arthrose ("Verschleiß") entwickelt. Mit Entfernung dieses Knochens wird damit auch die arthrotische Veränderung entfernt.
Ohne weitere Maßnahme würde der 1. Strahl (Daumen) in diesen Hohlraum einsinken.
Um dies zu vermeiden, spaltet man im zweiten Teil der Operation aus einer breiten Sehne, die in der Tiefe des Hohlraumes verläuft, einen Sehnenstreifen ab, der durch ein Bohrloch am 1. Strahl gezogen wird und dann den Hohlraum ausfüllt.
Bei dieser Operation verbleibt kein Fremdmaterial im Körper. Ist einmal - nach rund 9 Monaten - das Endergebnis der Operation erreicht, so bleibt dieses Resultat auch in den meisten Fällen erhalten, da keine künstlichen Teile verschleißen oder brechen können.
Das Erreichen der Operationsziele dauert hier wesentlich länger als bei einem Kunstgelenk.

 
Der operierte Daumen soll in den darauf folgenden 1 bis 2 Monaten ganz allmählich im Alltag wieder etwas mehr eingesetzt und ganz langsam gesteigert belastet werden.
Wenn Sie hier zu früh belasten, wird das operierte Gelenk schwellen und schmerzen! Hören Sie dann bitte auf diese Signale des Körpers und reduzieren sofort die Belastung.
Jeder Patient sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt seine Finger so früh wie möglich eigentätig und ohne Belastung bewegen.  Solche Patienten benötigen keine fremde Hilfe durch einen Krankengymnasten.
Wenn sich ein Patient jedoch bei den eigentätigen Bewegungsübungen schwer tut und die Beweglichkeit unter Durchschnitt bleibt, ist eine Krankengymnastik sehr sinnvoll. Bei Schwellungen eventuell sogar Lymphdrainagen und Ergotherapie.


Wichtig ist, dass die Krankengymnastik nie zu Schmerzen und Schwellungen in der Hand führt!

Eine zu hart vorgenommen Übungsbehandlung ist kontraproduktiv. Wenn ein Krankengymnast hier auf die individuellen Besonderheiten des Patienten nicht einzugehen vermag, ist es sinnvoll den Krankengymnasten zu wechseln!

Empfehlenswert ist es, die operierte Hand in den ersten Monaten mehrmals täglich mit einer fetthaltigen Creme einzureiben.
Nach Entfernen des Verbandes sind Handbäder in lauwarmem Wasser sinnvoll (zum Wasser kann man etwas Kamillosan oder Kernseife zusetzen). Halten Sie die Hand jedoch nicht zu lange im Wasser, sonst weicht die Haut zu sehr auf.
5 x 5 Minuten pro Tag haben sich hier sehr bewährt. Führen Sie diese Übung so lange durch, bis die volle Beweglichkeit erreicht ist. Nach jedem Bad Hand eincremen nicht vergessen!
Die meisten Narben in der Hand sind nach 12 - 18 Monaten abgeblasst und kaum sichtbar. Funktionell störende und vorspringende Narben sind bei richtiger Schnittführung recht selten.

Wichtig ist jedoch: Narben im Bereich der Hand sind in den ersten Wochen und Monaten unangenehm empfindlich bei Berührung. In diesem Zeitraum sind die Narben meist auch etwas wulstig und rötlich aussehend. Bis dies abklingt, vergehen circa 6 Monate!

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